Käsebrötchen

Noch war ich gefangen, ein milichiges weiß umgab mich. Der Körper scheinbar reglos, zuckte nur in Nuancen. Wärme und Mitgefühl umgaben mich und ja auch wenn der Geist sich nur langsam erhob und die trüben Schwaden der Träume beiseite stieß, noch weit vor dem Licht der Realität, so wollte ich doch einen geliebten Partner nicht missen. Kaum ward die Kontrolle über den Arm gewonnen so legte er sich über einen warmen Körper, nur um unsanft davongeschoben zu werden.

Stattdessen durchdrang den weißen Schimmer der Träume ein Ruf, weniger der Ruf eines mächtigen Orkhäuptlings, eher wie der eines Nachtgoblins: “Hunger”.

So stand es im Raum. Liebevoll meinte mein selbst, ohne das ich die Kontrolle hatte, unterbewusst “Ja, ich bringe dir Käsebrote” wissend um die Vorlieben, ohne zu wissen, was diese Worte auslösen würden.

Kaum waren diese Worte gemurmelt, in einem Klang der mehr an von Goldhamstern gerülpste Keilschrift erinnerte, als an menschliche Aussprache, griffen mich wieder die Arme Somnus, und abermals legte sich das milchigweiß, der Zwischenwelt, zwischen Traum und Wirklichkeit auf mich. Stunden später, Helios grüßte bereits mit wärmenden Strahlen durchs Fenster, als der Blick Richtung Wecker fällt.

Von einem Moment zum anderen, wechselt das wohligwarme Gefühl der Geborgenheit und Ruhe zu Stress und in roten, großen Buchstaben,  dröhnt es durch den Kopf, zu spät, ZU SPÄT. Ein Körper bewegte sich, sprang in die Stiefel, schlüfte in das T-Shirt, der Rucksack auf dem Rücken. Und ja, die Hose in der Hand. Der Versuch die Hose über die Schuhe zu ziehen, hätte einen neuen Tanzstil gebären können, so wäre er aufgefallen, doch der Täter war nicht in der Lage dies zu erkennen, und die, die Zeugin hätte sein können, döste noch sanft in einer anderen Welt.

Stress und Adrenalin durchfluteten nun den Körper, am Boden liegend, in den Überresten, die beim Bett gestanden haben. Mögen sich Archäologen den Kopf zerbrechen, was dies gewesen sei, sollte diese Szene konserviert werden, festzuhalten wäre hier nur, die Trümerreste waren überwiegend scharfkantig und spitz.

Nach schier endlosen Kampf war aber auch diese Hürde genommen, beseelt von Aufgabe und Auftrag, ward ich nach drausen gestürmt.  Vergessen die Nacht.

Trotz Müdigkeit und verminderter Reaktionen, stellte ich mich der Arbeit, von mir und meiner Tätigkeit hingen 40 Andere ab, bewusst und stolz dieser Aufgabe versank ich darin, bis ein summen und vibrieren mich herauslöste. Ein kleiner technischer Sklaventreiber löste mich aus meiner Aufgabe und verlangte nach Aufmerksamkeit.

Statt eines “Hallos” aus dem Kommunikationskobold, kam ein “Wo sind die Käsebrötchen”. Ich viel aus allen Wolken, welche Käsebrötchen und wieso? Aber geistesgegenwärtig meinte ich, das ich welche mitbringen könnte. Doch es schien zu spät, es hieß “sofort”, wie auch immer ich dies anstellen sollte, am anderen Ende der Stadt. “Sonst bin ich weg” und es wurde aufgelegt. So sei es, und alles wegen Käsebrötchen.

Wie lächerlich. Doch so ist unsere Zeit, Beziehungen enden wegen nichts, oder wenig, oder hatte alles ein langes Vorspiel, wer weiß es genau? Hier wird es drei Wahrheiten geben. Ihre, meine, und die des Käsebrötchens. Und der einzige Trost der bleibt, ist dass das Leben und der ganze Rest nur reichlich absurd und mit Spott, Humor und einem kühlen Glas Rum-Cola ertragbar sind.

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Nett.

Wir saßen auf einer Bank, das Hörnchen mümelte an einem Donut* und der Schreiberling genoß einen Kaffee, schwarz. Von genießen kann hier wahrlich die Rede sein, mit circa einem Meter Sicherheitsabstand von diesem rothaarigen Mistvxxxx** fühlt man sich durchaus wohler, vorallem wenn man sich von dessen Verhalten glaubwürdig distanzieren kann.

Nun denn, ein altes Mütterchen kam näher und sah vermutlich bedingt durch Altersmilde oder Sentimentalität ein idealisiertes Bild und die zweifelsohne gegebene Ähnlichkeit dieser zwei Wesen, nippend an dunkler Fettglasur oder bitterem Heißgetränk.

Und ihr entglitten diese Worte. Konnte sie es nicht wissen? Warum hier, weshalb jetzt? Waren  die gespitzten Ohren, die pulsierenden Adern, das Aufstellen des Fells nicht Warnung genug? Mussten diese Worte nach dem lauten “Oh” kommen? Oder war die alte Dame einfach nicht geistesgegenwärtig genug um noch reagieren zu können? Doch es kamen diese Worte, in ihrem eigenem Singsang “wie nett”.

Ergebnis: weit aufgerissene Augen meinerseits, Verbrühungen zweiten Grades durch den verschütteten Kaffee, ein erzürntes Hörnchen mit bluttriefenden Krallen und Erklärungsnöte. Weder dem Hörnchen noch mir wurden diese Tat zugetraut, so dass es zum ersten Fall, laut Akten, von spontaner Selbstzerfleischung kam.

Eichhörnchen sind nicht nett.

 

*Ja normale Hörnchen würden eher zur Nuss oder Bucheker tendieren. Normal ist dieses Hörnchen nicht.

**Hoffentlich liest es das nicht.

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Gewitter

“Hey halt mal kurz” meinte das Eichohrkatz, und drückte mir zwei Kupferstangen in die Hand. Es verband diese noch mit einem Zwillingskabel und dockte Selbige an seinen Ipod, nu nur noch kurz warten. “Ja aber wieso das Ganze?” entgegnete ich. Es meinte nur etwas von Stromkostensparen, danach wurde es hell und dunkel. Sehr dunkel und ich hörte nur noch Gezeter…

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Die grüne Revolution

Es begann an einem Dienstag. Es war einer dieser Diensttage, der Himmel grau, die Kunden* unfreundlich und das Wochenende noch so fern.

Markus Hintersberger war hier Sachbearbeiter und mit 20 Jahren war ihm die Tätigkeit in Fleisch und Blut übergegangen. Er stellte die Tätigkeit seiner Behörde und seiner Kollegen nicht in Frage, hatte dies nie getan und würde es vermutlich bis zur Pension auch nie tun. So dachte man.

Im Nachhinein wusste niemand was der Auslöser gewesen sein mag. Ein falscher Antrag? Eine geschmierte Unterschrift? Wer kann es schon wissen, der einzige der es wissen könnte, schweigt bis heute.

Ein kurzer Blick aus dem Fenster, auf die immer gleiche Industriebrache und er griff in die Schreibtischschublade, nahm das Stempelkissen. öffnete es und legte es auf den Schreibtisch. Es war grün, die Farbe der Macht. Sie stand nur dem Leiter der Behörde zu. Was für ein Infernal, welch Anmaßung.

Der Stempel, kaum benutzt, lag gut in der Hand. So schwer, so perfekt, für diesen Augenblick. Dick die Lettern, mit der Inschrift “genehmigt”.

Und er stempelte Antrag für Antrag damit. Egal ob es um die Haltung von Nilpferden in Hochhauswohnungen oder die Förderung eines Atomkraftwerks im Keller handelte. Und er stempelte und stempelte. Nach stunden war der Stapel gelehrt, weitergeleitet und mit einem zufriedenem Grinsen und leuchtenden Augen machte er sich auf den Heimweg.

Trotz fehlender Unterschrift, wurden alle Anträge gewissenhaft verarbeitet, denn sie waren ja scheinbar vom Chef persöhnlich gestempelt worden, der von diesem Glück noch nichts mitbekommen hatte.

Wenn sie also seltsame Dinge sehen, Entscheidungen nicht verstehen können, die von Ämtern kommen, dann wundern sie sich nicht. Amokläufe versteht man nur selten und noch seltener kennt man die Tragik dahinter.

 

*Um Bürgernähe anzudeuten wurde vor längere Zeit der Sprachgebrauch auf Kunde geändert, die vom Mitarbeiterausschuss vorgeschlagenen Begrifflichkeiten, wie “Pöbel” und “Pack” wurden nichteinmal diskutiert.  Nun im täglichen “Arbeitsleben” machte dies auch keinen Unterschied. Der “Kunde” war weiterhin Bittsteller.

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Hege und Pflege II

Waren erste Versuche noch zaghaft, so sah man doch den Willen. Erste Agitatoren sprachen bereits von einem Triumph des Willens, andere und dies scheint auch zutreffender, hielten die Aktionen schlicht für Unfug. So wurde versucht, mittels einer Wildfütterung, entsprechende Beute anzulocken. Nein hier wurden nicht Kastanien gestreut. Wer Wildschweine jagte, hätte dies versucht, doch hier flogen reihenweise Döner, noch in Alufolie, aus den fahrenden Autos. Der Köder sollte der Beute schmecken, nicht dem Jäger*.

Fortan freuten sich die Reporter der hiesigen Zeitung wieder über Nachrichten und ernsthafte Schlagzeilen. So titelten die Blätter wild drauf los: “Umweltvandalen!” oder “Dönerdreck!”. Die Reportagen überschlugen sich mit unwichtigen Details wie der Zusammensetzung, Interviews mit den Anwohnern, besorgten Eltern: “Was wenn mein Kind das isst?”, und auch den so genannten Terrorexperten, die einen terroristischen Anschlag einer baskisch-buddhistischen Terrorzelle nicht ausschließen wollten, wurden ganze Seiten gewidmet. Kurzum ein frischer Wind wehte durch die Redaktion. Kein Wunder, seitdem nach der Zunahme rechtsextremer Übergriffe erst die örtliche Polizeidienststelle und kurz darauf das Asylantenheim geschlossen wurden. An ersterer Aktion war der Bürgermeister aktiv beteiligt, nachdem man Schaden von der Gemeinde fernhalten wollte, als die Anzahl rechtsradikaler Übergriffe bereits überregional bekannt zu werden drohte und eigentlich nicht mehr schön zu reden war.
Das Verschwinden des Asylantenheimes hingegen wurde wohlwollend zur Kenntnis genommen, auch wenn keiner genau wusste und wissen wollte weshalb. Dies gefiel nicht allen, und bringt uns wieder zum Anfang dieser Geschichte. Wo Frieden einzieht fehlt das Abenteuer, und dies, das war beschlossene Sache, musste sich ändern.

Auch freuten sich einige Fiffies und Brutuse über die gefüllte Fladenbrotaktion. Die Besitzer weniger, die mit den nun zu durchfallneigenden Trethupen und Minenlegern, gesegnet waren. Aber wer seinen Anhang überall sein Geschäft verrichten lässt, dem sei das auch in der eigenen Behausung vergönnt**.

Weitere Aktionen, wie eine Fladenbrotfutterstelle, verliefen nicht brotlos, dafür aber erfolglos. Kurzum die ersten Aktionen waren vergebens. Auch das streuen von Hirse***, Feta und Oliven verfehlte die erwünschte Wirkung. Es war deprimierend, quasi zum Haare raufen, wenn auch nur sinnbildlich.

Die Kräfte wurden weniger, und der Erfolg stellte sich nicht ein. So sehr auch gehofft wurde. Es war die Zeit zu werden, oder zu vergehen. Nocheinmal, alle Kräfte aufbietend, wurden die Resginierten aus den Strickkreisen gerissen und die Briefmarkensammler aus den Stuben getrieben. Als schließlich im Angesicht der untergehenden Sonne, die letzten auf der Wiese am See ankamen, brannte bereits ein Feuer meterhoch, um die nun folgenden Szenen mit Pathos zu untermalen. Malte, ein guter Freund Aarons, sprang auf die Motorhaube eines der parkenden Autos, hinter ihm die untergehende Sonne, die alles in Rot tauchte, vor ihm die Menge. Früher waren sie viele gewesen, zuletzt nur wenige, doch hier und jetzt waren sie wieder in alter Stärke vertreten. Wenn dies scheitern sollte, ein letztesmal, wie er vermutete. Doch war er sich siegesgewiss. Und er hielt eine Rede. Flammend, hell erleuchtet durch den Schein des Feuers, erzählte er von alten Zeiten, Zusammenhalt, Nervenkitzel, Kameradschaft, der gemeinsamen Jagd, und schloß scheinbar mit der Frage, ob dies vorbei sein sollte…

Sie hatten gebannt gelauscht, und verfielen mit strahlenden Augen, an das vergangene, in lautes lamentieren. Doch das Feuer war geweck. Es glimmte nicht nur, es brach hervor, ergriff Scheit um Scheit, und leuchtete hell in die Nacht. Nach jedem Ästchen griffen die Flämchen, erst zaghaft, dann schneller und man hörte ein zischen und knacken. Es schien als ginge ein Tosen durch den Wald, gefolgt von einer gespenstischen Ruhe. Alle Blicke ruhten auf Malte. Scheinbar unbeteiligt saß er gebeugt auf der Motorhaube, und blickte in die Runde. Er fragte: “Seid ihr bereit Opfer zu bringen?” Und ja sie waren es, keiner konnte mehr nein sagen und so weihte er die Anwesenden in seinen Plan ein. Verwegen und kühn, vermutlich zum Scheitern verurteilt, doch waren sie sich einig, es versuchen zu wollen. Koste es was es wolle. Wer wollte schon als Briefmarkensammler alt werden.

Malte war noch einer der wenigen glücklichen gewesen, der nach unzähligen Ermahnungen vor dem Jugendgericht, zu einer Maßnahme verdonnert wurde, was ihn im Dorf fast schon in den Adelsstand hievte. Nun er musste 200 Stunden in einer sozialen Einrichtung für die Integration von Ausländern zubringen. Nicht sonderlich angetan, trat er den Dienst an, so hatte er doch zumindest auf eine Freiheitsstrafe gehofft und auch sein Strafverteidiger konnte ihn auch nur mühsam vor einer Ermahnung und einem Freispruch retten. Doch bereits nach kurzer Zeit, begann er zu verstehen und zu lernen. Und es reifte ein Plan. Nein, nicht ein Plan, der Plan.

Bereits am nächsten Tag setzten erste den Plan in die Tat um. Mechanikerausbildungen wurden abgebrochen. Maschinenbaustudenten und Informatiker wechselten zu Studiengängen wie Sozialpädagogik, und auch Fächer wie Spezialpäderastik schienen nicht zu abwegig zu sein, für ein Nebenfach. Die einst so geschmähte Stelle des Sozialarbeiters konnte sich vor Bewerbern kaum retten. Überall gab es Streetworker. Bereits eine Woche später gab es ein Komitee für die Ausrichtung eines Fests der Kulturen. Die Alteingesessenen wusten nicht mehr wie ihnen geschah. Die Lokalpolitik wurde förmlich überrannt und reagierte nur noch mit der Einstellung von ganzen fünf Ausländerbeauftragten. Auch wenn ihr Aufgabengebiet völlig fehlte.

Auch die letzten Zweifler wurden ruhiggestellt oder eingeweiht und jeder wollte mit helfen. “Der Jugend eine Chance geben” ertönte es überall und hinter vorgehaltener Hand, wurde dieser Plan, als wahnsinnig, bezeichnet. Aber ungewöhnliche Probleme erfordern radikale Maßnahmen.

Die Jägerschaft, gut informiert, lachte, wohlwissend was dort pasierte und half nach Kräften mit. Auch revanchierte sich die Jugend gerne bei ihnen und half, wenn Hilfe gebraucht war.

Einer der nicht involvierten war der Bürgermeister. Schon sah man ihn vor der Presse mit den Worten:”Das war früher so, aber heute ist das ganz anders. Wir sind tollerant****”. Auch die große Politik griff dieses Thema auf, und zeigte sich gern im Dorf und förderte jedwede Veranstalltung, egal ob “Angeln für Kenia” oder “Ein Zeichen für Toleranz”. Alle Veranstalltunge gingen einher mit Unmengen von Alkohol und Grillgut, und der Tatsache, dass man sich zur fortgeschrittenen Stunde nicht mehr sicher war, weshalb heute schon wieder gegrillt und getrunken wurde.
Auch der eine oder andere Vegetarier griff nach der dritten oder vierten Flasche Bier zu Wurst und Schnitzel. Und so mancher Jäger nahm den verlorengegangen Sohn wieder in die Arme um gemeinsam Hirsch und Reh nachzustellen. Aber auch die Jäger, die auf andere Beute lauerten, sollten nicht enttäuscht werden.

Als das Land angewiesen wurde, man müsse Asylanten und so Andere aufnehmen, und alles wehren nichts mehr half, so war man sich doch einig wohin, die Infrastruktur stand ja noch. Froh leuchteten die Augen, als die Kunde bekannt wurde. Bald schon häuften sich die Klagen, doch wo keine Polizei, da keine Anzeige und bei diesen Sozialarbeitern will der geneigte Leser nicht wirklich glauben, dass eine Beschwerde, in einen andere Ablage als die Ablage*****, rund, ungelocht kam. Die Lokalpresse und auch die Lokalpolitik wollten nicht im schlechten Licht erscheinen und betonten das schöne Leben und den Wirtschaftsstandort.

Das Glück war vollkommen******. Und wenn heute ein Jäger einen Sozialpädagogen, hier auf der Straße trifft, so schallt es “Waidmanns Heil” und der Sozialpädagoge wird antworten mit “Waidmanns Dank”.

 

 

 

 

*An dieser Stelle sind Diskussionen über das mit dem Elektrorasierer geschnitte Fleisch und die restliche Qualität dieses Produktes durchaus möglich. Auch sei die Frage erlaubt, wann das Gesundheitsamt auf den Plan tritt und ob man mit diesen Produkten besser wirft oder doch Ratten vergiftet, von essen kann in mancher deutschen Großstadt nicht ernsthaft die Rede sein. Es gibt rühmliche Ausnahmen. Bis diese gefunden wurden oder werden, gehen doch einige Lebensmittelvergiftungen ins Land.

**Der Autor lässt seine bessere Hälfte ja auch nicht an jeden Gartenzaun…. ja das gehört jetzt nicht hierher, trotzdem gibt es dem Autor eine moralische Überlegenheit.

***Wer außer Ökomüttern hält Hirse eigentlich für ein Lebensmittel? Fremde Zungen behaupten, dies wäre ein mütterliches Zeichen an den Nachwuchs, ihr in Zukunft das schäbigste Altersheim, in der hintersten Walachei, auszusuchen. Der Autor meint, dies könnte auch durch Volkornnudeln oder Löwenzahnsalat gezeigt werden. Hierbei ist es möglich, dass für das gleiche Signal, unterschiedliche Gerichte genutzt werden können. Auf jedenfall, da sind sich die Experten einig, verbietet sich nach Einlieferung jeder Kontakt.

****Dies ist ein Rechtschreibfehler, bösartige Zungen könnten hier eine Ähnlichkeit zu Tollwut sehen, was den geistigen Verwirrungs- und Eregtheitsgrad des Bürgermeisters sicher gut beschreibt.

*****schöne Umschreibung für Papierkorb.

******Ja manche mögen nun fragen, was ist mit den Asylanten: Nun jedem kann man es wohl nicht recht machen.

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Hege und Pflege

Es begab sich, dass der Autor, meine Wenigkeit, sich in einer dieser typischen Kneipen mit Lokalkoloriet befand, wo sich Teile dieser Geschichte so, und nicht anders, zugetragen haben sollen.

Der Abend war fortgeschritten und es hatte sich nur das übliche zugetragen. Menschen kamen und gingen später wieder, nun manche schwankten auch.

Am Tisch gegenüber saßen die Kartenbrüder, tranken, fluchten und jubilierten. Selbst bei einem ausgesprochen schlechten Blatt, schienen sie zufrieden, wenn nicht sogar glücklich. Es schien als hätten sie ihren Sinn im Leben gefunden. Nun wer Zeit lebens Karten spielte, machte immerhin nichts falsch. Hätten nur einige Menschen unserer Geschichte Karten gespielt, so wäre uns einiges erspart geblieben. Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Statt mit Spielkarten, spielten sie mit Landkarten. Manche machen auch alles falsch. Manch einer würde jetzt behaupten, dass dies für Personen der Geschichte, das gleiche wäre, und ja er hat Recht, allerdings nicht aus der Sicht der Opfer, aber für die hat sich die Geschichte höchst selten interesiert. Die Geschichte interesierte sich auch nicht für zufriedene Kartenspieler. Weshalb eigentlich?

Auch der Autor muss sich dem Zeitgeist beugen, und wird nicht weiter auf die Karten eingehen, weder Spielkarten, noch Landkarten.

In einer der Ecken, hatte sich schon vor länerer Zeit, eine Gruppe redseliger älterer Herren niedergelassen. Hinter ihnen die holzgetäfelte Wand, über ihnen, die Köpfe toter Tiere und zu ihren Füßen zwei junge Dackel, die erst balgten und nun hingebungsvoll schliefen und den Rest der Anwesenden, lautstark daran teilnehmen ließen. Die Gesellschaft schien dies nicht zu stören, wie auch die Wochen zuvor, und vermutlich auch nicht in den Wochen die da folgen würden. Es fielen Wörter wie, Fähe, Keiler und Acht-, Zehn- und Zwölfender. Mit steigendem Bierkonsum wurden sie lauter, und ihre Arme gingen immer weiter auseinander, nach jedem schluck, als versuchten sie damit etwas auszudrücken. Sie überboten sich in ihren Armlängen und lachten dabei laut und am Ende stoßen sie an, also nicht an der Wand, sondern mit den Gläsern.. Ich vermutete, dass es sich um eine Art Begrüßungsritual handeln könnte, aber eventuell dachten sie auch nur an etwas profanes wie das letzte Baguette**. Für genaueres war ich dann doch zu unaufmerksam, auch wenn dies ausdrücklich nichts mit der feschen Bedienung zu tun hatte.

Sie würden turbulent werden, aber das wusste man zu diesem Zeitpunkt nicht. So wendete sich jeder wieder dem Seinen zu. Der Autor bestellte sich noch ein siebtes Bier* und war sicherlich nicht damit beschäftigt der Bedinung in den Ausschnitt zu schauen.

Die Tür ging auf und finster blickend, in grün-schwarzer Polyesterjacke und groben Karohemd gekleidet, trat ein junger Mann ein. Die Luft wurde spürbar kälter und hilfesuchend kreiste sein Blick durch den Raum, bis ihm von den Herrn mit ihren Dackeln, durch ein kurzes Nicken und ein freundlich, bierseliges Lächeln ein Platz angeboten wurde. Mir war dies nur recht, so konnte ich mich auf die wichtigen Sachen an der Theke konzentrieren. Nach kurzem Blick auf den neuen Gast, der in dieser Runde mit seinen kaum vorhanden Haaren und schweren Stiefeln deplaziert wirkte, hatte ich meinen Blick wieder nur auf das Eine gerichtet, gut auf zwei Sachen. Das Bier war gut und zumindest offiziell der Grund weshalb ich öfters hier war. Der Neue, wie es sich bald herausstellte hieß er Aaron, hätte sich ja eine Mütze anziehen können, dann hätte er zumindest nicht so gefroren und auch nicht so gefährlich gewirkt. Was im übrigen auch erklärt, weshalb die Luft spürbar kälter wurde, draußen war es schlicht kalt, und durch die geöffnete Tür kam sie direkt in die Stube. “Eine Pudelmütze kann so etwas schnell korigieren. Aber soll jeder so leben wie er mag, ich stell ja auch nicht die Existenz von Menschen mit Schnurrbart in Frage”, dachte ich mir.

Die Waidmänner am Tisch waren froh, ein Opfer gefunden zu hatten, und schon hörte man die Geschichten. Ich hörte sie nicht zum Erstenmal, doch schien ich sie die letztenmale aus den Mündern der Anderen gehört zu haben. Ebenfalls variierte die Größe des Wildes enorm, je nach dem wer die Geschichte erzählte und wieviel er getrunken hatte. Ich wusste bereits, dass man sich Tage schön saufen konnte, aber es war das erstemal dass ich daran dachte, dass man Essen größer trinken könnte. Wobei hier die Größe der Portionen mit dem Alkoholgehalt korrelieren müsste.

Doch wie durch ein Wunder ergriff er nicht die Flucht. Er nickte, und nach einigen Bieren, bekam er nicht nur Farbe, durch das von innen wärmende Bier, sondern auch seine Zunge lockerte sich.

Er erzählte eigene Jagdgeschichten. Sie unterschieden sich oft nur im Detail. Wo die einen ihren Dackel in Erdlöcher schickten, um der Beute habhaft zu werden, wurden andern Orts die Dobermänner auf den Flüchtigen geschickt. Die einen nutzten Flinten, die anderen Baseballschläger. Die einen favorisierten die Ansitzjagd von hölzernen Türmen, die anderen bevorzugten den behaglich geheizten VW Golf. Und sollte sich die Beute verstecken so wichen auch beide auf andere Hunde aus, die einen namen den Cocker-Spaniel zum aufstöbern, die anderen den Rottweiler. Trotz alledem überwogen die Gemeinsamkeiten, und man verstand sich prächtig.

Irgendwann wurde das Gespräch wieder in Richtung Beute gelenkt. Die Jägerschaft blühte nochmals förmlich auf, die Miene des kurzhaarigen, hingegen verfinsterte sich und er verfiel in Schweigsamkeit. Soviel Missmut wollten sie nicht haben, und schweigsamkeit hatten sie daheim genug. Sie fragten was denn los wäre, und da brach es heraus. Generationen waren schon seid den 60ern auf der Jagd gewesen, die Jagdmethoden immer weiter verfeinernd. Dem VW Käfer folgte der Manta, der wiederum durch den Golf abgelöst wurde. Der einfache Knüppel wurde durch den Aluminiumbaseballschläger abgelöst und erste dachten bereits an kevlarverstärkte Leichtschläger, mit Materialien aus der Raumfahrt. Doch all dies half nicht mehr. Es war nicht so dass ihnen ihre Beute entwischte. Es wurde aufgerüstet, man nutzte tagsüber Ferngläser und zur fortgeschrittenen Stunde Nachtsichtgeräte. Es wurde schon über Fallenjagd diskutiert, auch wenn Traditionalisten dies ablehnten. Sie fanden keine Beute mehr. Kurzum die Lage war verzweifelt und fast hoffnungslos.

Schon machten Witze die Runde, über die Jugend, und früher war alles besser. Da prahlten zum Fest der Liebe, schon der Onkel mit dem Vater, mit dem Jagdglück vergangener Tage, mit in heutigen Tagen gigantisch anmutenden Beutezahlen und spotteten über die erfolglose Jugend. Es fielen unschöne Sätze wie: “So kommst du nie zu einer Vorstrafe!” oder “Da müsst ihr euch eben anstrengen, uns hat auch niemand etwas geschenkt.” In ihre Verzweiflung mischte sich Wut und Verzweiflung, erste Protestbewegungen, erwachten. Manche kleideten sich in Polohemden und Pollunder und fingen sehr zum Entsetzen ihrer Eltern, mit dem Briefmarkensammeln an. Erste Männer fingen an zu häckeln und bildeten Strickkreise! Schrecklich. So konnte es nicht weitergehen. Aaron war fest entschlossen dies zu ändern. Er wollte seinen Eltern imponieren und der Jugend wieder eine Zukunft geben.

Die Jäger hörten zu, auch sie hatten Nachwuchssorgen, wenn auch anders gelagert, so war der Sohn des einen zu PETA gegangen, ein Anderer wurde sogar Vegetarier. Man muss nicht viel dazu sagen, sie wurden enterbt und ihre Bilder aus den Familienalben getilgt. Zu schmerzhaft waren die Erinnerungen an glücklichere Tage, als der Sohn mit 12 Jahren seine erste Ente schoß und mit stolzgeschwelter Brust, Ente und Vater, für ein Bild im Familienalbum posierte.

Man war fest entschlossen zu helfen. Aarons Augen bekamen einen Hoffnungsschimmer, er fühlte sich hier gut aufgehoben und so begab es sich, das emsig angefangen Wurde Pläne zu schmieden. Es war die Rede von Anfüttern, Futterraufen, eine entsprechende Umwelt schaffen. Es ging über zu Tarnung und Täuschung, denn das Wild riecht die Gefahr.

Hege und Pflege waren das Stichwort der Zeit. Fortan war hier nichts mehr, wie es einmal war…

*Dies ist nur der Vollständigkeitshalber enthalten und soll sicher nichts über die Glaubwürdigkeit des Autors sagen. Diese Geschichte ist wahr.
**Klingt etwas abstrus, aber in der Abfolge von Abstrusitäten sollte dieses Detail nicht weiter stören.

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Möglichkeiten

Nun was denkst du, fragte ich den rotbepelzten Wicht neben mir. Die Flut weit fern, hat doch viele Menschen das Leben gekostet und es werden ihnen noch viele folgen.
“Und Eichhörnchen? Da kommt nichts, aber auch gar nichts, über Eichhörnchen.” Es zeigt auf den Bildschirm, und meint nur: “Da nur Menschen. Gibt eh zuviele davon”. Es griff nach einer Nuss und das Thema schien erledigt. Jeder weitere Versuch sollte zum Scheitern verurteilt sein. Nein was ändert schon ein Eichhörnchen und einen Mensch. Was ändert sich schon für einen Menschen und ein Eichhörnchen…

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